Ein letzter Blick zurück – das Batzhaus, kurz bevor es losgeht
Wila, im April 2026
Es gibt diesen Moment kurz vor einer grossen Veränderung, in dem man noch einmal innehält. Bevor die Handwerker kommen, bevor Gerüste das Bild prägen und der Bauschutt fällt, wollten wir das Batzhaus noch einmal so festhalten, wie es heute ist: still, ein wenig verstaubt, voller Geschichte – und voller Möglichkeiten.
In wenigen Monaten wird hier gebaut. Aus dem alten Batzhaus mit dem Ortsmuseum im Obergeschoss wird das Mehrzweckhaus Zentrum – ein offener Treffpunkt für Bildung, Kultur und Begegnung. Doch heute schauen wir noch einmal zurück.
Mitten im Dorf – und doch fast übersehen
Wer mit dem Auto durch Wila fährt, kommt am Batzhaus vorbei, ohne dass es einem gross auffällt. Dabei steht es genau dort, wo sich das Dorf trifft: an der Hauptstrasse, gleich neben der Bäckerei, mit Blick auf den Platz. Ein klassisches Riegelhaus mit grünen Fensterläden, dunklem Holz und dem unauffälligen Schild «Ortsmuseum» an der Fassade.
FOTO 1: Aussenansicht des Batzhauses
Aus der Luft betrachtet wird klar, warum dieser Ort für unser Projekt so geeignet ist: zentral gelegen, gut erschlossen, und doch eingebettet in die gewachsene Dorfstruktur. Hier entsteht kein anonymer Neubau, sondern etwas, das aus dem Bestand wächst.
FOTO 2: Luftaufnahme des Areals mit Schnee
Das «Tenn» – wo Holz auf Geschichte trifft
Direkt anschliessend steht der ältere, dunklere Teil des Hauses – der Schürteil mit dem Tenn. Hier ist der Charakter besonders spürbar: massive Holzbalken, Werkzeuge an den Wänden, ein leiser Geruch nach altem Holz und Staub. Es ist der Ort, an dem das Konzept «Alt trifft Neu» am stärksten zum Tragen kommen wird.
FOTO 3: Aussenansicht Schürteil / Tenn
Im Inneren des heutigen Tenns lagern noch immer Werkzeuge, Rechen, alte Geräte – Stücke aus der Sammlung des Ortsmuseums. Wer hier hochsteigt, sieht sofort, welches Potenzial dieser Raum hat. Hohe Decken, sichtbares Gebälk, weicht einfallendes Licht. Genau hier soll der grosse Mehrzweckraum entstehen – robust, unkompliziert, mit Atmosphäre.
FOTO 4: Innenraum Tenn / Estrich mit Werkzeugen, Rechen, Holzbalken
Die Treppe in die Vergangenheit
Schmal, dunkel, knarrend. Die Treppe, die heute ins Obergeschoss zum Ortsmuseum führt, ist selbst schon ein Stück Wila. Wer sie hochsteigt, spürt: Hier hat sich seit Jahrzehnten nicht viel verändert.
FOTO 5: Treppenaufgang ins Obergeschoss
Das wird sich ändern. Mit dem Umbau wird das Haus über einen Lift behindertengerecht erschlossen – ein wichtiger Schritt, damit aus dem Museum von wenigen tatsächlich ein Treffpunkt für alle wird.
Das alte Wohnzimmer des Ortsmuseums
Oben angekommen öffnet sich der Raum, der für viele in Wila das Bild des Batzhauses prägt: die mintgrüne Stube des Ortsmuseums. Roter Teppich, alter Kachelofen, gerahmte Fotografien an den Wänden, Tisch und Stühle aus einer anderen Zeit. Ein Raum, der erzählt.
FOTO 6: Mintgrüne Stube des Ortsmuseums
Diese Atmosphäre soll nicht verloren gehen. Auch wenn die Sammlung des Ortsmuseums künftig an einem externen Ort gelagert wird, bleibt die Geschichte Wilas Teil des Hauses – über wechselnde Projekte und Ausstellungen, ein- bis zweimal jährlich. Das Dachgeschoss wird dafür ein wichtiger Ort sein, in begrenztem Rahmen (max. 20 Personen, das gibt der Brandschutz vor).
FOTO 7: Innenraum mit Holzboden und historischem Mobiliar
Was bleibt, was kommt
Wenn man heute durch das Haus geht, spürt man beides: die Wehmut, dass dieses stille, vertraute Bild bald verschwindet – und die Vorfreude darauf, was hier entsteht. Aus dem heutigen Ortsmuseum, dem Tenn, der dunklen Stube wird ein Ort, an dem sich Generationen begegnen. Bibliothek im Obergeschoss als Herzstück, und Räume für Vereine, Lesungen, Spielnachmittage, kleine Konzerte. Ein Haus, das nicht mehr nur an die Vergangenheit erinnert, sondern Gegenwart und Zukunft Wilas mitgestaltet.
Die Volksabstimmung vom 8. März 2026 hat den Weg dafür freigemacht – mit 71 % Ja-Stimmen. Im Herbst beginnen die Bauarbeiten, im Sommer 2027 soll eröffnet werden.
Bis dahin werden wir den Baufortschritt hier auf mzh-wila.ch regelmässig dokumentieren. Diese Bilder hier sind quasi der «Vorher»-Stand – das Haus, kurz bevor es losgeht.
Quelle der Fotos: Zürcher Oberland Medien / Simon Grässle
Jean-Pierre Kousz, Betriebskommission Mehrzweckhaus Zentrum Wila